Betriebspraktika sichern Nachwuchs....
....und werben gleichzeitig für den Betrieb!
Sachgerecht durchgeführte Betriebspraktika für Schülerinnen und Schüler bieten beste Voraussetzungen, den Nachwuchs für den Betrieb zu sichern.

Als Praktikanten sind sie aber auch Meinungsbildner, die nicht zu unterschätzen sind. im Familienkreis, im Freundes- und Bekanntenkreis berichten sie über ihre "Lehre auf Probe". Nur wenn sie zufrieden sind, nutzt es auch dem Betrieb.

Die Einstellung von Praktikanten sollte man daher nicht als zusätzliche Belastung für den Betrieb sehen. Sie können, ja werden eine Hilfe sein.


Tips für die Durchführung von Betriebspraktika
Am Anfang steht das Gespräch
Information des Praktikanten über den Betrieb, die Abteilung, Zahl der Beschäftigten. Festlegung, wer die Betreuung des Praktikanten übernimmt: der Handwerksmeister selbst, eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter.
Dem Gespräch folgt ein Rundgang durch den Betrieb
Vorstellung des Praktikanten bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kurze Information über ihre Tätigkeiten. Zeigen Sie ihm den Betrieb, das Büro, den Umkleideraum und die sanitären Einrichtungen.
Erstellung eines Arbeitsplanes
Der Praktikant soll das Handwerk erleben. Er soll Erfahrungen in allen wesentlichen Bereichen des Betriebes sammeln. Umgang mit Kunden. Kennenlernen der Werkzeuge und Geräte. Wie werden Kostenvoranschläge und Rechnungen erstellt? Wie werden evtl. Reklamationen bearbeitet? (= nur einige Beispiele für die zahlreichen Vorgänge in einem Handwerksbetrieb)
Selbstständiges Arbeiten motiviert
Lassen Sie den Praktikanten eine Arbeit anfertigen. Geben Sie ihm diese Arbeit als Geschenk mit nach Hause. Selbstständiges, individuelles und verantwortliches Arbeiten stärkt das Selbstwertgefühl und motiviert.
Führen des Berichtsheftes
Je interessanter die Tätigkeit des Praktikanten, um so gehaltvoller ist das Berichtsheft. Bei der Abfassung der Berichte sollten Sie - wenn nötig - behilflich sein.
Gesetzliche Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen beachten
Z.B. kommen in Betracht: Sicherheits- und Unfallverhütungsvorschriften, Schutzkleidung, Vorschriften über das Betreten der Werkstatt und von bestimmten Räumen, allgemeine Hausordnung usw. Der Praktikant sollte auf bestehende Ordnungen hingewiesen werden.
Versicherungen
Der Abschluß von Versicherungen ist nicht erforderlich. der Praktikant ist über seine Eltern krankenversichert und durch die Berufsgenossenschaft unfallversichert.
Lehrer einladen
Es empfiehlt sich, den Lehrer des Praktikanten in den Betrieb einzuladen. Der Lehrer sollte den Betrieb ebenfalls kennenlernen, in dem seine Schülerin oder sein Schüler praktiziert. Eine solche Einladung verstärkt auch den Kontakt zwischen Schule und Handwerksbetrieb und fördert "partnerschaftliche" Zusammenarbeit.
Was es sonst noch zu beachten gilt
Das Betriebspraktikum soll den Praktikanten zur Wirtschafts- und Arbeitswelt hinführen. Mit anderen Worten: Die Jugendlichen sollten etwas Sinnvolles tun. Dazu gehören, was jeder Handwerksmeister weiß, keine Hilfsarbeiten.

Bei Berufen, die vorwiegend im Stehen ausgeübt werden, ist zu berücksichtigen, daß es einem Jugendlichen zu Anfang schwerfällt, 8 Stunden hintereinander auf den Füßen zu sein. Zwar sollte der Praktikant den Grad der Beanspruchung durch die Arbeitswelt erfahren, aber man sollte auch bedenken, daß es eine körperliche Umstellung ist.

Der Praktikant muß jederzeit das Gefühl haben, daß er ernstgenommen wird und nicht zur Last fällt. Er muß sich nützlich vorkommen, ohne ausgenutzt zu werden

Herausgeber: AKTION MODERNES HANDWERK, 5300 Bonn 1, Johanniterstraße 1